Supercup: Borussia Dortmund – Schalke 04 3:4 n.E.

Schalke gewinnt den Supercup nach einem torlosen Unentschieden per Elfmeterschießen. Beide Teams nahmen das Spiel durchaus ernst, weshalb es Rückschlüsse auf ihre aktuelle Form zulässt.

Auch wenn die DFL die Begegnung als erstes Pflichtspiel der Saison betrachtete, war es für beide Trainer in erster Linie ein gehobenes Testspiel. Deshalb wird an dieser Stelle, wie auch schon beim Liga Total! Cup, keine klassische Spielanalyse zu lesen sein. Stattdessen wird ein Blick auf die Taktiken beider Teams geworfen und die Frage aufgeworfen, wie weit sie in der Vorbereitung sind. Um der Chronistenpflicht gleich zum Beginn der Analyse genüge zu tun: Schalke gewann nach einem torlosen Spiel das Elfmeterschießen.

Schalke 04

Ralf Rangnick bleibt seiner Formation der letzten Saison treu. Diese richtet sich defensiv an der Spielweise: Wenn man Pressing spielt, geht Raul ins Zentrum neben Huntelaar, steht man etwas tiefer, ist er im zentralen Mittelfeld zu finden. Er lässt sich so weit fallen, dass man defensiv ein 4-1-4-1 hatte, mit ihm in der Zentrale neben Holtby und Matip zwischen den Reihen.  Es spricht für seine Qualitäten, dass er defensiv flexibel ist.

Die Schalker zeigten im Verlauf des Spiels, dass sie sowohl die abwartende Variante mit Pressing erst hinter der Mittellinie als auch eine aggressive mit viel Angriffspressing anwenden können. In der ersten halben Stunde wartete man ab, reihte sich oft im beschriebenen 4-1-4-1 auf und versuchte, keinen Platz zwischen den Linien entstehen zu lassen. Dies gelang ihnen recht gut.

Als man nach rund einer halben Stunde auf ein aggressives Angriffspressing umschaltete, zeigten sich kleinere Probleme: Da die Abwehrreihe recht tief stand, entstand viel Platz zwischen den fünf verteidigenden Spielern und den fünf pressenden. In dieser Phase blühte die gegnerische Dreierreihe im offensiven Mittelfeld auf, da sie viel Platz vorfanden. Huntelaar und Raul muss es hier noch besser gelingen, das Aufbauspiel der Gegner so entscheidend zu stören, dass die gegnerischen Innenverteidiger im Zweifelsfall nicht mit einem guten Pass das Pressing umspielen können.

Dennoch wusste Schalke defensiv zu überzeugen. Die Viererkette war gut abgestimmt. Gerade die Linksverteidigerposition, letzte Saison eine ihrer größten Schwächen, scheint mit dem Transfer von Fuchs geschlossen. Er zeigte defensiv ein äußerst solides Spiel, konnte aber nur wenige Akzente nach vorne setzen.

Dieser Umstand lag nicht an ihm, sondern war dem Schalker Offensivspiel geschuldet, dem Kreativität und Esprit fehlte. Wenn sie es schafften, direkt zu kombinieren, zeigten sie sich von ihrer starken Seite – allerdings ließ ihnen das gegnerische Pressing dazu kaum Zeit. So vermisste man besonders in der Zentrale eine ordnende Hand, die das Spiel beruhigen und mit klugen Pässen auseinanderziehen konnte. Holtby vermochte das nicht zu schaffen: Er tauchte das gesamte Spiel hinweg ab.

So hing auch Huntelaar in der Luft. Sein Problem ist es, dass er ein Strafraumwühler ist. Das direkte Schalker Spiel liegt ihm nur bedingt. So fand er mangels verwertbarer Flanken von den Flügeln nicht ins Spiel. Als Raul nach Huntelaars Auswechslung in den Sturm ging, besserte sich dieser Umstand nicht. Schalke muss defensiv an der Anbindung der einzelnen Mannschaftsteile arbeiten.

Dennoch wirkte vieles 2 Wochen vor Bundesligastart stimmig. Zumindest defensiv zeigte man eine gute Leistung. In den kommenden Wochen muss sich Rangnick etwas für die zentrale Mittelfeldposition einfallen lassen. Holtby wirkt hier im Moment verloren. Vielleicht muss man ihm ein paar Spiele Eingewöhnungszeit geben – fraglich nur, ob er diese im nervösen Schalker Umfeld bekommen wird.

Borussia Dortmund

Der BVB zeigte schon unter der Woche, dass man sich in guter Frühform befindet. Im Gegensatz zu jenen beiden Spielen, in denen Klopp personell viel ausprobierte, hatte man dieses Mal das Gefühl, Dortmunds vermeintlich stärkste Elf zu sehen. Diese hinterließ fast durchweg einen positiven Eindruck.

Das vom BVB aus der Vorsaison bekannte variable Pressing wurde nahtlos in die neue Saison übernommen. Altbekannt ist auch das Schema, nach 15 sehr aggressiven Minuten etwas weniger Angriffspressing auszuüben, um dann kurz vor der Halbzeit noch einmal jedem Ball hinterherzujagen.

Auffällig war, dass Kehl seine Position sehr defensiv interpretierte. Seine Rolle war es, Bälle um den Mittelkreis zu gewinnen und direkt weiterzuleiten, was ihm gut gelang. Jedoch wird sich hier zeigen müssen, ob er an dem wieder genesenen Bender vorbeikommen kann. Dieser dürfte nach seiner tollen letzten Saison prädestiniert sein für diese Position und wurde eine Viertelstunde vor Schluss eingewechselt.

Eine weitere interessante Personalie ist Santana. Derzeit ersetzt er Subotic in der Innenverteidigung. Seine Position interpretiert er ziemlich frei: Immer wieder rückte er ins defensive Mittelfeld vor, um Raul zu folgen. Er schloss so Lücken, die sich in diesem Bereich auftaten. Hummels und Santana agierten so teilweise hinter- statt nebeneinander – mittlerweile ein anerkanntes Mittel gegen zurückgezogen spielende Stürmer. Die Saison wird zeigen, ob Klopp auch bei einer Hummels-Subotic Innenverteidigung einen der beiden aus der Abwehr herausziehen lässt, oder ob Santanas Spiel an ihm selber bzw. an einer Sonderbewacherrolle gegenüber Raul lag.

Im defensiven Bereich wirkte man auch wegen dieser kleinen Anpassung stark wie eh und je. Im eigenen Angriffsspiel zeigt sich, dass das Prunkstück des BVB die vordere Mittelfeldreihe im 4-2-3-1 ist. Allein um Kagawa und Götze werden die Dortmunder viele Bundesligisten beneiden. Die beiden waren das gesamte Spiel hinweg viel in Bewegung und rissen immer wieder Lücken im offensiven Mittelfeld. An fast allen nennenswerten Chancen waren sie beteiligt.

Kritisch muss man hier hinterfragen, dass mit Götze und Großkreutz zwei Spieler auf Außen agierten, die sehr oft nach innen zogen. In Situationen, in denen die Außenverteidiger nicht aufrückten, fehlte es so an Breite.

Probleme in der Offensive ergaben sich auch aus der Rolle von Lewandowski. Im Gegensatz zu Lucas Barrios fehlt ihm die Fähigkeit, den Ball zu halten und im Zweifelsfall abzulegen. Seine hohe Geschwindigkeit konnte er gegen die Schalker Abwehr nicht ausspielen. Hinzu kommt, dass er bei seinen Chancen zu harmlos vor dem Tor war.

Auch Gündogan hatte keinen überragenden Tag erwischt. Die Frage, was Klopp mit ihm plant, bleibt weiter offen. Im Vergleich zu Sahin sind seine vertikalen Pässe nicht so gut, dafür hat er durch seinen Körper und seine gute Technik Vorteile im 1:1. Dem Spiel gegen Schalke konnte er aus dem defensiven Mittelfeldzentrum nicht seinen Stempel aufdrücken. Sobald er sich jedoch etwas offensiver einschaltete und am gegnerischen Strafraum agierte, wirkte er in einigen Situationen sehr stark.

Fazit

Sowohl Schalke als auch Dortmund wirken gut gerüstet für den Bundesligaauftakt. Ralf Rangnick hat derzeit noch mehr Baustellen als sein Kontrahent Jürgen Klopp. Beide Teams zeigten jedoch, dass sie über ein gutes Pressing verfügen und dass sie über nahezu 90 Minuten hohes Tempo gehen können. Bis zum Saisonbeginn sollten sie jedoch sehen, dass sie offensiv ihre Chancen besser verwerten – gerade den Dortmundern fehlte es an Durchschlagkraft.

Kroos39 25. Juli 2011 um 13:18

@TE

Wenn die Bälle nicht nach außen kommen, muss man sich aber auch fragen: Warum?

Wie du richtig erkannt hast waren Götze und Großkreutz als Flügelspieler stark ins Zentrum gerückt. Dadurch konnten sie in der Zentrale eine lokale Überzahlsituation erschaffen (Kagawa, Götze und Großkreutz vs. Holtby und Matip). Somit waren Matip und Holtby vor allem in der Defensivarbeit gebunden.
Deshalb sollten die Flügelspieler Draxler und Baumjohann mehr ins Zentrum rücken, weil sie dann mehr ins Spiel finden. Es nützt der Mannschaft ja auch nichts, wenn vorne das Spielbreit machen kann, aber man sich im Zentrum in Unterzahl befindet.

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BenHasna 25. Juli 2011 um 15:05

Jo, ich sehe es auch eher so rum.

Bei Schalke ist einfach viel zusammen gekommen, das nicht so ganz gepasst hat. Dortmund ist mal prinzipiell das bessere Team, dann hat Schalke mit Huntelaar vorne einen, der meist nicht so sehr hilfreich ist bezüglich Spielanlage. Raul schien mir nicht ganz in der Verfassung vom letzten Frühling zu sein. Holtby ist sehr unerfahren auf dieser Position. Vor allem Draxler, auch Baumjohann, sind individuell tendenziell überfordert gegen solch einen starken Gegner. Matip ist sehr defensiv.

Finde es unter diesen Umständen dann generell schwierig, einzelne Dinge herauszunehmen. War Holtby nicht gut genug? Ist wohl was dran, jo. Waren Baumjohann und Draxler zu weit aussen? Ist wohl auch was dran, jo. Aber das eine führt halt zum anderen und umgekehrt. DEN taktischen „Fehler“ Schalkes gabs meines Erachtens hier nicht unbedingt, bzw. ist schwer auszumachen, weil schon sehr viele grundsätzliche Dinge (Huntelaars Spielweise, Rauls Verfassung, Holtbys Spiel, Draxlers Qualität, usw.) grossen Einfluss hatten.

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44² 25. Juli 2011 um 13:08

Find das Verschachteln gut. Wär noch besser, wenn die Stufen nicht so extrem weit eingerückt wären. Ab der dritten Stufe isses schon recht unangenehm zu lesen. Vielleicht nur zwei Stufen machen, also Kommentar -> Kommentar zum Kommentar, das sollte zur Ordnung und Übersichtlichkeit reichen, auch falls es mal mehr Beiträge werden sollten.

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44² 25. Juli 2011 um 13:08

Und direkt vergessen zu verschachteln. 😀

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BenHasna 25. Juli 2011 um 14:50

Sehe das ähnlich. Verschachteln finde ich prinzipiell gut, wobei man die Stufen ja nur ganz wenig einrücken müsste, da durch die Rahmen/Kasten die Verschachtelung eh deutlich betont wird.

Wurde zwar nicht danach gefragt, hehe, aber bin nicht so Fan der Figuren da links neben dem Namen, zumal es momentan ja gar keine Möglichkeit gibt, sein eigenes Avatar hochzuladen. Schätze das ist in der Planung (?), aber jo, ich könnte ehrlich gesagt am besten ganz ohne 😉

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TE 25. Juli 2011 um 11:14

Jetzt mal eine Frage abseits der Taktik an euch „Stammkommentatoren“: Soll die verschachtelte Form der Kommentare beibehalten werden wie es hier ist, oder sollten alle Kommentare chronisch untereinander stehen?

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44² 24. Juli 2011 um 14:57

Wie’s ausschaut, existiert die Bundesliga.de-Matrix ja nicht mehr. 🙁

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datschge 24. Juli 2011 um 15:20

Momentan scheinen mir so etwa die Hälfte der Links (auch bei „aktuellen“ Meldungen) zu Fehlermeldungen zu führen. Da ist einiges im argen…

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datschge 5. August 2011 um 13:23

Sicherlich kein kompletter Ersatz für die Matrix, aber Spiegel Online wirbt für seine „Sportoffensive“ und zeigt gleich mal ne Heatmap (samt Erklärung, was das den sein soll…) von Impire (derselben Firma die auch die Matrix erstellt hatte) in der Bildersammlung. Ist sicher profitabler so, Einzelstücke so unter den Medien zu verkaufen. Vielleicht taucht dann sonstwo noch Passstatistiken und dergleichen auf…

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TE 24. Juli 2011 um 14:49

@Kroos39: Wenn die Flügelspieler, wie du richtig festgestellt hast, nicht ins Spiel finden, muss man aber hier immer die Frage stellen, wieso. Ich hatte das Gefühl, dass zu wenig Pässe auf die Außen gingen. Dass Draxler und Baumjohann das Spiel sehr in die Breite zogen, schien mir gewollt zu sein. Das funktioniert aber nur, wenn aus dem Zentrum Pässe kommen – das vermochten meiner Meinung nach Matip und Holtby nicht zu schaffen.
Hier wäre es interessant gewesen, die Spielermatrix von Holtby anzuschauen oder zumindest seine Passstatistik zu sehen. Leider bietet Bundesliga.de das aktuell weder für den Supercup noch für die zweite Bundesliga an. Ich hoffe, das ändert sich zum Bundesligastart.

@44²: Auch hier wäre es wieder interessant gewesen, die Bundesliga.de-Matrix sehen zu können. Ich empfand es nicht so, dass Götze sehr weit außen war.
Deine Ausführungen, was das Gegenpressing angeht, kann ich aber nur teilen. Ich wollte die Strategie aber auch gar nicht kritisieren, ich denke, das habe ich schlecht formuliert. Was ich vielmehr sagen wollte: Die offensive Dreierreihe des BVB agiert recht eng. Einfache Feststellung, Punkt.

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44² 24. Juli 2011 um 14:06

Ich fand eigentlich, dass Götze teilweise sogar zu viel auf dem Flügel draußen stand. Wurde da ziemlich oft in der „Sackgasse“ angespielt und musste sich dann gegen 2 bis 3 Gegner durchsetzen, was selten gelang und den Fluss aus dem Dortmunder Spiel nahm.
Abgesehen davon ist das sehr enge Offensivspiel ja auch ein Rezept für das Dortmunder Gegenpressing. Der Gegner muss sich auch zusammenziehen und hat dann keinen Raum zur Ballsicherung. Also das ist etwas zweischneidig.

Überraschung des Spiels für mich Löwe. Kommt aus der vierten Liga, spielt sein erstes Pflichtspiel direkt gegen Schalke und wirkt als wäre er schon ewig Erstliga-Spieler. Enorm schnell, sehr aufmerksam, null nervös, weitestgehend sehr passsicher. Was zur Hölle hat der denn in der Regionalliga zu suchen gehabt?

Ansonsten fand ich, dass beide Teams eine für Doppelsechsen doch ungewöhnlich starke Tendenz zum 4-1-4-1 hatten. Scheint mir ein Trend zu werden, die drei zentralen Spieler da variabel anzuordnen und zwischen 1-2- und 2-1-Anordnung zu wechseln. Hatte ich auch erwartet, find ich gut.

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BenHasna 25. Juli 2011 um 00:15

Löwe: Definitiv beeindruckend für jemanden, der eben noch in der Regionalliga spielte. Müsste aber wohl sein Defensivspiel noch etwas aufräumen, nicht so oft zu Boden gehen. Hat gegen den HSV beim LT-Cup Gelb gesehen und hätte in dieser Partie ebenso verwarnt werden können für ein ziemlich gefährliches Einsteigen.

Tendenz zum 4-1-4-1: Hmm, ich weiss nicht, ob ich da einen Trend ausmachen würde. 4-2-3-1 kann so unterschiedlich interpretiert werden wie kaum ein anderes System und das geschieht auch schon sehr lange. Kommt halt darauf an, welche Spielertypen mit welchen Aufgaben auf welchen Positionen eingesetzt werden.
Jedenfalls, die klassische Doppelsechs ist da natürlich eine mögliche Variante, wurde aber wohl nie so häufig praktiziert wie man meinen könnte, wenn man z.b. Reportern zuhört. Es dürfte schon immer als optimal gegolten haben, einen 8er neben (bzw. vor) einem 6er aufzustellen. Trotzdem verkaufen die Medien so ziemlich jedes 4-2-3-1 als System mit Doppelsechs. Wenn man allgemein übers System spricht, gehts ja noch, machts fast schon Sinn der Einfachheit halber, aber ich würde z.b. im Umfeld dieser Partie nie davon sprechen, dass Matip und Holtby die Doppelsechs gebildet hätten. Da spielte ein „halber Innenverteidiger“ auf der 6, ein „halber Stürmer“ auf der 10 und zwischendrin einer, der sich gerne viel bewegt. Das kann man dann wohl bezeichnen wie man will, ist ja gar nicht so wichtig eigentlich, aber jo, mit Holtby siehts dann halt mal so mal anders aus, aber Trend, ich weiss nicht… Vielleicht spielen sie mal mit Matip und Annan, dann ists ganz klassisch 4-2-3-1 mit Doppelsechs.

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44² 25. Juli 2011 um 00:40

Vlt ist auch bisschen „Wunschdenken“ dabei. Mir fällt’s jedenfalls zunehmend auf, was natürlich auch an mir liegen kann. Aber die asymmetrische Besetzung der „Doppelsechs“ hab ich bis vor paar Monaten selten auch systematisch umgesetzt gesehen. Meistens eher so, dass einer der Sechser ab und zu mal in einer Spätphase des Angriffs weiter vorne reingeht, oder aber einer die bevorzugte Anspielstation ist und für schwierige Pässe verantwortlich, während der andere meist querschiebt (wie Sahin und Bender letzte Saison).

Dass das systematisch so fluid ausgelegt ist, dass selbst im Mittelfeldspiel punktuell ein 1-2 angenommen wird anstatt des 2-1 ist mir bei Arsenal letzte Saison zum ersten Mal richtig aufgefallen und mittlerweile beobachte ich’s hier und da.
In diesem Spiel eben phasenweise bei beiden Teams.

Hat den Vorteil, dass man anpassungsfähiger ist und „zugriffsassymmetrie“ besser ausgleichen kann, also in dem Moment wo jemand seine Position verlässt um den Zweikampf zu suchen, kann man sich schneller und idealer umformieren. Meine ich zumindest rein intuitiv.
Und man kann sich gut an die gegnerischen Bewegungen im Zentrum anpassen und ist somit schwieriger „auszumanövrieren“.

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BenHasna 25. Juli 2011 um 01:52

Jo, die Logik hinter deinen Eindrücken passt eh. Und ich glaube definitiv, dass es zum Trend wird, bzw. geworden ist, gegen den Ball die „Zugriffsassymetrie“ möglichst zu vermeiden und so die Wege in die Zweikämpfe kurz zu halten. Das wird man wohl sehr oft sehen diese Saison und deshalb wirds viele intensive Spiele geben, qualitativ ziemlich hochwertig, aber evtl. auch mit nicht ganz so vielen Toren und auch mal zerfahrenen Phasen, vielen Fouls, usw.

Wie man die Systeme dann bezeichnet, ist wohl auch Definitions-Frage. Für mich war das von Schalke und Dortmund jeweils noch klares 4-2-3-1, insbesondere von Dortmund, wo Kagawa praktisch jederzeit deutlich höher als die anderen beiden stand und durch die Positionierung der Flügel kaum so richtig ein 4-1-4-1 entstehen kann. Und Schalke, jo, eher, aber lag sicher auch an der Unerfahrenheit Holtbys, der sich grundsätzlich so viel und instinktiv bewegt wie kaum einer, der auf jener Position eingesetzt wird.

Aber eben, egal, die Thematik ist sehr interessant. Vor allem Nürnberg, teils auch Kaiserslautern, haben letzte Saison recht konsequent ihr Zentrum ans Zentrum des Gegners angepasst. Aber dann nicht grossartig mit während der Partie fluidem Zentrum, sondern klarem Systemwechsel von einem Spiel zum nächsten. Hat ziemlich gut funktioniert.

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Kroos39 24. Juli 2011 um 13:11

Hallo,

guter Artikel, allerdings war Holtby doch besser als hier wiedergegeben. Er wirkte mMn absolut nicht verloren, sondern hat sehr gut gespielt. Er hat viele Bälle erobert und ist viel gelaufen. Vor allem in der ersten Halbzet hat Schalke auch in der Offensive ein 4-1-4-1 gespielt, wo Holtby den „defensiven 10er“ gab, der eine starke Defensivleistung ablieferte.

Das den Schalkern in der Offensive weniger, gelang dürfte man doch eher den schwachen Flügelspielern zurechnen. Draxler blieb sehr blass und Baumjohann wirkt auf mich als hätte er sich stark vom Dortmunder Pressing beeindrucken lassen. Generell ist er ein Spieler der ständig unter seinen Möglichkeiten bleibt.
Auch Raul hat nur eine durchschnittliche Leistung abgeliefert, wahrscheinlich weil er von Santana gut gedeckt wurde. Dieser Dreiherreihe ist insgesamt wenig gelungen. Und Huntelaar ist der falsche Stürmer für die Art und Weise wie Schalke spielt.

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