Brasilien U17 – Uruguay U17 0:3

Eine Überraschungsmannschaft wartet im Finale der U17-Weltmeisterschaft.

Uruguay bezwang die Brasilianer klar und deutlich mit 3:0 und konnte somit ein Ausrufezeichen setzen.

Brasilien hatte zwar deutlich mehr vom Spiel, doch konnte seine Überlegenheit und seine Chancen nicht in Tore ummünzen, die Urus zeigten eine taktisch starke Leistung mit einem imposanten System und konnten letztendlich mit etwas Glück und viel Können ins Finale einziehen.

Zwar kann man nicht von einer souveränen Leistung sprechen, doch das Ergebnis ist aus taktischer Sicht beileibe nicht unverdient.

Wechselwirkung der jeweiligen Taktiken

GrundformationenBrasilien agierte auch ohne den Spielgestalter und Star Adryan in ihrer Standardformation, doch ein paar leichte Änderungen äußerten sich signifikant in der Umsetzung des Systems.

Sowohl Guilherme als auch Piazón spielten deutlich zentraler als es üblich war und Ademilson musste schematisch höher auftreten als bislang.

Seine Stärken, das aus der Tiefe kommen und das Mitgestalten der Angriffsbemühungen, konnte er somit nicht mehr nutzen und zeigte sein schwächstes Spiel bei dieser Weltmeisterschaft.

Piazón und Guilherme hatten kaum Platz im Zentrum und waren teilweise isoliert von ihren jeweiligen Außenverteidigern, mit denen sie nicht kombinieren konnten.

Die Mannschaft aus Uruguay hingegen agierte deutlich mehr ihren Stärken entsprechend und ihr System war trotz Asymmetrie immer effektiv umzusetzen.

Die laufstarken Außenverteidiger wurden durch das defensive Mittelfeld herausragend abgesichert und teilweise bildete sich sogar eine Fünferkette, das System selbst erinnerte mit seiner etwas offenen linken Seite an alte Catenaccio-Systeme aus den 60er-Jahren und spätestens ab der zweiten Halbzeit agierten die Urus auch dementsprechend.

Nach der 1:0-Führung durch einen Elfmeter Alvarez‘ stellte man sich mehr hinten hinein und überließ den Brasilianern das Spielfeld.

Sinnbildlich für das gesamte Spiel sollte die Torschussstatistik Brasiliens werden. 27mal schoss die Selecao, doch nur fünf davon kamen aufs Tor, bei Uruguay war die letztere Zahl gleich hoch, doch insgesamt schoss man weniger als zehn Mal.

Effizienz als klassisches Stichwort defensivorientierter Mannschaften.

Besonders beeindruckend war hierbei die Rolle der Außenverteidiger, die zwar oft sehr tief und eng in der Viererkette agierten, doch bei Kontern mit nach vorne gingen und sehr viel Laufarbeit verrichteten.

Der halblinke zentrale Mittelfeldspieler Moreira, ein gelernter Verteidiger, verschob dann nach links und füllte die Lücke, so wurde die Viererkette aufrechterhalten.

Trotz der Überlegenheit Brasiliens wurde noch mehr Offensivkraft eingewechselt, als Nathan für den defensiven Mittelfeldspieler Misael kam, agierte man mehr oder weniger in einem undisziplinierten 4-1-4-1.

Vorne gab es nun noch weniger Raum und die Konter Uruguays wurden noch gefährlicher, der Tausch auf die vorherige Formation in der 76. Minute kam zu spät, der eingewechselte San Martín hatte bereits das 2:0 für das Team in hellblau erzielen können.

Das Tor fiel nach einem sehr schön ausgeführten Konter und ein sehenswerter Treffer brachte die Vorentscheidung, welche ein weiterer Konter gegen Ende des Spiels nur noch deutlicher machte.

Fazit

Uruguay zeigte spielerisch keine beeindruckende Leistung und sah sich die meiste Zeit in der eigenen Hälfte ohne Ball, doch ihre Disziplin und Effizienz sind aller Ehren wert.

Die Brasilianer haben zwar versucht ihrer bisherigen Linie im Turnier treu zu bleiben, doch das Konzentrieren der Taktik auf die Mittelfeldspieler ging nun schief, als man Ademilson, Brasiliens bisher bestem Mann bei diesem Turnier, den Raum für sein Spiel nahm und somit auch die Kreativität im letzten Drittel nicht mehr besaß.

Die tiefstehende Mannschaft Uruguay darf sich auf das Finale freuen, während der Favorit die Heimreise antreten muss.

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